Forschungsbereich D

Die Entwicklung lebender Materialsysteme wird Teil des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts im Anthropozän sein – der gegenwärtigen erdgeschichtlichen Epoche, die von den menschlichen Einflüssen auf die belebte und unbelebte Natur dominiert ist. Lebende Materialsysteme konfrontieren Forschende und Gesellschaft gleichermaßen mit Fragen der Nachhaltigkeit sowie spezifischen Einstellungen und Vorurteilen.

Die Nachhaltigkeitsbewertung während der Entwicklung von Technologien wird als strategisches Radar dienen, das Orientierungshilfen für die Forschung in livMatS gibt. Solche Nachhaltigkeitsaspekte und herkömmliche Vorstellungen von „natürlich“ und „künstlich“ oder „lebendig“ und „unbelebt“ haben einen wichtigen Einfluss auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Materialsystemen und Produkten. Anstatt zuerst die technologische Entwicklung abzuschließen und dann ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu analysieren, werden wir sie eng mit Nachhaltigkeitsbewertungen, Verhaltensanalysen und dem philosophischen Diskurs über das Zusammenspiel von menschlicher Kontrolle und Autonomie von Systemen verknüpfen.

In einem neuartigen integrativen und hoch interdisziplinären Ansatz verbindet livMatS Expertinnen und Experten aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften mit denen aus Nachhaltigkeitsanalyse, Psychologie und Philosophie. Dadurch wollen wir:

  1. die Natur nicht nur als Raum wertfreier Beschreibungen untersuchen, sondern als normativen Konzept im „Anthropozän“,
  2. die Eigenschaften lebender Materialsysteme systematisieren, reflektieren und bewerten,
  3. gemeinsam die livMatS-Demonstratoren und mögliche zukünftige Anwendungen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit und Auswirkungen auf die Gesellschaft analysieren.

Koordinatorinnen Forschungsbereich D
Prof. Dr. Lore Hühn, Prof. Dr. Andrea Kiesel


Projekte in Forschungsbereich D

Kurzprojekte 2020